Forschung im Gesundheitswesen mit Hilfe von Social Listening

Fachbeitrag
Philipp Rodewald

Daten aus dem Social Media Monitoring können gezielt genutzt werden, um Probleme im Gesundheitswesen und der Pharma-Branche zu adressieren. Dabei geht es nicht nur um die Identifikation von gesundheitlichen Problemen und Erfahrungsberichten zu bestimmten Medikamenten, sondern auch darum, die Diskriminierung von Erkrankten und Angehörigen zu validieren und entsprechende kommunikative Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Insbesondere Krankheiten mit einer hohen Stigmatisierung innerhalb der Gesellschaft werden konträr im Social Web behandelt und oft verwendet, um Menschen zu diskreditieren.
 

Diskriminierung findet primär in öffentlichen Beiträgen statt

 
Eine im Jahr 2015 durchgeführte Studie in Brasilien mit dem Titel Social Media Monitoring of Discrimination and HIV Testing in Brazil zeigt deutlich, dass 80% aller Beiträge zum Thema HIV Diskriminierung beinhalten und es somit für die Betroffenen schwierig wird, über die Krankheit offen zu reden und entsprechende Hilfe zu suchen. Dies korreliert mit Ergebnissen aus dem Tagegeschäft der Webbosaurus GmbH, die klar aufzeigen: Umso schwerer die Erkrankung und je höher die gesellschaftliche Ächtung desto mehr ziehen sich die Menschen in (geschlossene) Communities zurück. Für Marken und Institutionen wird es daher entsprechend schwer, tiefgründige Informationen zu erhalten.
 

Adressaten identifizieren und Kommunikationsstrategien entwickeln

 
Im Bereich der Pharmabranche gibt es selten nur eine einzelne Zielgruppe, die kommunikativ angesprochen und deren Bedürfnisse behandelt werden müssen. Neben den Patienten spielen die Angehörigen, Ärzte und Journalisten eine große Rolle. Alle Persona besitzen individuelle Interessen, Ängste und Herausforderungen, welche entsprechend klassifiziert und gelöst werden müssen. Durch ein Social Media Listening lassen sich die Gruppen in der Praxis sehr gut erkennen und somit kann deutlich herausgestellt werden, welche Persona welche konkreten Probleme besitzt. Aufbauend auf diesen Informationen können die Kommunikationsmaßnahmen angepasst bzw. vor einem Produkt-Launch eingeplant und umgesetzt werden.
 

Risikogruppen und Risiken direkt und in Echtzeit erkennen

 
Die 2014 durchgeführte Studie Digital Drug Safety Surveillance: Monitoring Pharmaceutical Products in Twitter aus den USA zeigte, dass die auf Twitter geschilderten Erfahrungen identisch mit denen sind, welche der Food and Drug Administration gemeldet wurden. Einzelne Probleme werden sogar direkt über eigene Hashtags wie z.B. #accutaneprobz im Netz geteilt. Durch eine aktive Beobachtung der öffentlichen, aber vor allem der Spezial- und Closed-Communites können Pharmaunternehmen erkennen, welche möglichen Probleme existieren; eine unabdingbare Information, um den digitalen Wandel zu bewerkstelligen.

Wenn Sie wissen möchten, wie Social Listening für Ihr Unternehmen oder Ihre Abteilung eingesetzt werden kann, dann nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir freuen uns, Sie beraten zu dürfen.


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