Social Media Monitoring

Fachbeitrag
Philipp Rodewald

Social Media Monitoring ist die systematische Beobachtung und Auswertung von Beiträgen auf Social Media Plattformen und gehört heute zum Tagesgeschäft vieler Unternehmen. Nicht nur soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter liefern wertvolle Erkenntnisse über die Zielgruppe. Zu einem professionellen Monitoring gehören ebenso die Überwachung von Blogbeiträgen und Forendiskussionen, sowie die Untersuchung von Videos, Bildern und Produktbewertungen. Ob zur Kontrolle der eigenen Markenwahrnehmung, zur Identifikation von Meinungsführern oder auch zur Trenderkennung, Social Media Monitoring ist für die unterschiedlichsten Bereiche von Relevanz.

 

Hintergrund und Erläuterung

Die stetige Digitalisierung, neue soziale Netzwerke und eine intensivere Nutzung digitaler Plattformen sorgt dafür, dass alle digitale abrufbaren Inhalte über 12 PB groß sind und pro Sekunde 70 TB neue Daten hinzukommen. Die meisten Inhalte sind dabei Meinungen, Kommentare und Bewertungen von Konsumenten im Social Web. Mit Hilfe von Social Media Monitoring haben Unternehmen erstmals die Möglichkeit, diese Daten auszuwerten und gewinnbringend einzusetzen. Der Begriff Social Media Monitoring ist dabei etwas irreführend, denn es werden weitaus mehr Daten als reine Social Media Inhalte gesammelt. Unter dem Sammelbegriff werden heutzutage sämtliche Beiträge aggregiert, die von Nutzern aber auch Redaktionen publiziert werden. Neben Social Media Plattformen wie Facebook, Twitter und Instagram sind vor allem Foren, Blogs, Frage- & Antwortportale, Verbraucherportale und Online-News relevante Informationsquellen für Social Media Monitoring.

Social Media Monitoring vs. Social Media Analytics

Social Media Monitoring vs. Social Media Analytics

Ein beliebter Fehler ist das Gleichsetzen von Social Media Monitoring und Social Media Analytics. Social Media Analytics ist jedoch gar kein Bestandteil von Social Monitoring. Zwar gehört diese Dienstleistung bei einigen Monitoring-Anbietern zum Produktportfolio, es geht aber hierbei darum, die eigenen Social Media Aktivitäten auszuwerten und nicht darum, User Generated Content zu finden sowie zu analysieren. So werden bei Social Analytics die Likes, Shares bzw. generell das Engagement auf den Corporate Accounts bei Facebook, Twitter und Co. analysiert. Auch wenn sich der Bereich Social Analytics vom Social Monitoring abgrenzt, so bleibt festzuhalten, dass es zwingend notwendig ist, sich sämtlichen Facetten im Social Media Bereich professionell anzunehmen, um nachhaltige Erfolge zu erzielen.

 

Viele Namen für Social Media Monitoring Tools

Um die Erwähnungen, Meinungen, Bewertungen und Gespräche im Social Web auszuwerten, greifen Social Media Experten auf entsprechende Monitoring Tools zurück. Dabei werden die Begrifflichkeiten Social Media Monitoring Tool, Web Monitoring Tool, Social Listening Tool gleichbedeutend verwendet. Diese Monitoring Tools besitzen dabei verschiedenste Dashboards, Filter, E-Mail Alerts, automatisierte Analysen und andere Funktionalitäten. Bei der Auswahl des passenden Monitoring Tools ist darauf zu achten, dass die Server in Deutschland stehen und der deutsche Datenschutz sowie das Leistungsschutzrecht beachtet werden. Nur so können sich Unternehmen sicher sein, dass sie Daten korrekt und legal verarbeiten.

Social Media Monitoring Tool Screenshot

Das richtige Social Media Monitoring Tool finden

Vor dem Kauf einer Lösung sollte im Optimalfall immer bereits ein Briefing erstellt werden. Dabei müssen entsprechende Ziele, Suchbegriffe und Quellen definiert werden. Es sollte darauf geachtet werden, ob ein Full-Service oder Self-Service Tool benötigt wird. Full-Service Anbieter übernehmen dabei das Aufsetzen, die Pflege und das Optimieren der Suche. Self-Service Tools stellen nur das Tool zur Verfügung und bieten meist wenig Support. Zudem sollte bedacht werden, ob die Mitarbeiter des Unternehmens Fachartikel veröffentlichen, das Unternehmen Studien publiziert und über entsprechende Referenzprojekte verfügt. Branchen-Referenzen sind dabei nur bedingt nötig. Relevant ist vor allem, dass die Ziele und Bedürfnisse der Referenzen mit den eigenen übereinstimmen.

 

Von Social Media Monitoring zur Social Media Analyse

Die Daten aus dem Social Media Monitoring werden verwendet, um sogenannte Social Media Analysen zu erstellen. Unterschieden wird dabei zwischen Status-quo und kontinuierlichen Analysen. Grundlage einer Status-quo Analyse ist die retrospektive Betrachtung der Social Media Beiträge zu einer Marke. Darauf aufbauend strukturieren und analysieren Marketer die Ergebnisse. Unternehmen verschaffen sich so einen Überblick, wie ihr Unternehmen derzeit online wahrgenommen wird und erhalten Antwort auf strategischen Fragestellungen. In kontinuierlichen Analysen werden die Daten meist monatlich oder quartalsweise zusammengefasst. Die Analysen zeigen die relevanten Themen, identifizieren Influencer und bewerten aktuelle Marketingaktionen, sowie die Positionierung im Wettbewerbervergleich.

 

Kennzahlen des Social Media Monitoring

Generell lassen sich Kennzahlen beim Social Media Monitoring nur schwer tracken. Ein Vergleich mit klassischen KPI aus dem Print Monitoring wie z.B. TKP, AÄW oder ähnlichem ist nicht möglich. Spezielle Kennzahlen, wie z.B. Share of Buzz, Share of Voice, Image-Wert und Stärke-Index eignen sich dennoch, um diese in einer entsprechenden Analyse zu messen und so den Vergleich zu Wettbewerbern und zwischen Produkte vorzunehmen.

Social Media Monitoring bei Shitstorms

Shitstorms mit Social Media Monitoring verhindern

Wichtig bei einem Shitstorm ist zu wissen, wo dieser entstanden ist und welche Nutzer die Inhalte verbreiten. Gibt es einzelne Akteure, die besonders herausstechen und Meinung machen? Gibt es Plattformen, auf denen Nutzer sich koordinieren und den Shitstorm planen? Ein Monitoring Tool hilft dabei, diese Beiträge zu finden. Ein definiertes Setup trägt dazu bei, über Filter oder eine passgenaue Verschlagwortung gezielt die Beiträge zu finden, die Bezug zum Shitstorm haben. Ein E-Mail Alert, der zudem aktuell bei neuen Beiträgen benachrichtigt, ist dabei unerlässlich. Dadurch kann genau identifiziert werden, was die Gründe für den Shitstorm sind. Die Entstehung wird in Realtime verfolgt und es kann bereits bei der Entstehung interveniert werden.

 

Influencer mit Social Media Monitoring finden

Influencer-Marketing ist derzeit neben Content-Marketing einer der größten Hypes. Dabei ist es die besondere Herausforderung für Marketer die passenden Influencer zu finden. Spezielle Monitoring-Tools durchsuchen für Kunden das komplette Social Web. Mit entsprechenden Filtern hinsichtlich Sprache, Reichweite und Herkunft können somit gezielte Blogs und Nutzer gefunden werden, die thematisch zur Kampagne passen. Da Anbieter die Reichweite im Tool darstellen, erhalten Unternehmen hier schnell eine Auflistung möglicher Kandidaten.

 

Monitoring für Public Relations

Aussagen im Social Web nehmen immer größeren Einfluss auf die Außenwahrnehmung von Unternehmen. Mit einem professionellen Social Media Monitoring behalten Unternehmen ihre Online-Reputation und Wettbewerber stets im Blick und wissen, welche Themen die Zielgruppen beschäftigen. Zudem können sie potentielle Shitstorms bereits in der Entstehung erkennen und rechtzeitig gegensteuern.

 

Monitoring für Marketing

Auch für die Kaufentscheidung spielt das Social Web heute eine entscheidende Rolle. Durch Erfahrungsberichte und Diskussionen verschaffen sich Kunden vorab ein genaues Bild von Produkten und Marken. Social Media Monitoring liefert wertvolle Informationen über Stimmungen und Kundenmeinungen. Unternehmen nutzen diese Erkenntnisse zur Optimierung ihrer Marketing-, Produkt- und Social Media Strategien, sowie zur Identifikation und Gewinnung von Meinungsführern.

 

Monitoring für die Marktforschung

Social Media Monitoring greift ausschließlich auf authentische Meinungen zurück und gewährt Einblick in die Bedürfnisse der Kunden. Da sich die Nutzer bereits mit den jeweiligen Marken, Produkten oder Marketingaktionen auseinandergesetzt haben, ist das Feedback umso höher zu bewerten. Ebenso lassen sich aus den Aussagen Trends und aktuelle Themen ableiten.

 

Social Media Monitoring mit dem Google Alert

Mit einem Google Alert kann sich jeder Nutzer automatisch per E-Mail über die neuesten Ergebnisse zu einer oder mehreren Suchanfragen benachrichtigen lassen. Gerade für Unternehmen, welche noch nicht die notwendigen Ressourcen für ein Social Media Monitoring besitzen, stellt ein Google Alert die Mindestanforderung dar, um grob über das Geschehen im Netz informiert zu werden. Bei der Einrichtung eines Google Alert wird zunächst der Suchbegriff definiert. Die Suchanfrage funktioniert dabei wie in der normalen Google Suche. Auf diese einfache Art und Weise können sich Unternehmen oder private Nutzer regelmäßig über die aktuellen Gespräche zu relevanten Suchbegriffen informieren. Google Alerts dienen im Geschäftsbereich häufig als Einstieg in den Bereich Social Media Monitoring. Sie liefern einen ersten Überblick, was, wann und wo über die eigenen Marken und branchenrelevante Themen gesprochen wird.

Sie möchten wissen, wie Ihr Unternehmen von Social Media Monitoring profitieren kann? Sprechen Sie uns einfach an, wir beraten Sie gerne.


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